MOJAVE DESERT RACES – EARLY SCRAMBLES

Will hier ausnahmsweise mal nicht viele Worte machen, stattdessen zwei kleine Filme für sich sprechen lassen und dafür zu YouTube entführen. Wer gern dabei zusieht, wie heute klassische Dirt-Bikes vor gut 50 Jahren durch die Wüste geknüppelt wurden, wird mindestens seine helle Freude daran haben.

Das wohl berühmteste Rennen an der Westküste der Vereinigten Staaten war das rund 150 Meilen lange »Big Bear Hare and Hound Desert Race« im Lucerne Valley in der Mojave-Wüste. Doch trafen sich auch an anderen Orten die Fahrer zu hunderten mit ihren Offroad-optimierten Rennern, die zumeist nur leicht modifizierte Straßenmaschinen waren und mit heutigen Motocross-Maschinen wenig gemein hatten.

Der erste, knapp 24 Minuten lange Film ist eine Folge der US-TV-Serie »Adventure Calls« aus dem Jahr 1964, in der dem Zuschauer haarklein erklärt wird, was genau ein »Motorcycle Hare Scramble« eigentlich ist, nach welchen Regeln gefahren wird, wie der Kurs vorbereitet wird, etc. Ein ebenso intimer wie sehenswerter Blick hinter die Kulissen eines typischen kalifornischen Desert-Races jener Zeit, bei dem auch die Liebhaber alter Pickups auf ihre Kosten kommen. Die begleitende Musik bei den Rennszenen wäre zwar allemal auch geeignet, den Kampf zwischen King Kong und Godzilla zu untermalen, aber die Amis lieben nun mal den Pathos. Hier geht es zu dieser spaßigen Zeitreise: »Adventure Calls«.

Für gute 30 Minuten entführt auch der zweite, 1967 gedrehte Film in die Mojave-Wüste. Auch hier wird ein ganzes Rennen dokumentiert, und das in wahrhaft spektakulären Bildern, eingefangen von 20 Hochleistungs-Kameras. Vor allem die langen, aus dem Hubschrauber gefilmten Sequenzen gehören zu den außergewöhnlichsten Aufnahmen, die je von Motorradrennen eingefangen wurden.

Der gesamte Film ist unterlegt mit der Stimme eines Erzählers, der sowohl die Dreharbeiten beschreibt als auch Fahrer und Motorräder, doch wer genau dieser Erzähler ist, konnte ich nicht sicher klären. Höchstwahrscheinlich ist es Bruce Brown, Regisseur des Motorrad-Kultfilms »On any sunday«, der 1971 in die US-Kinos kam und prompt für den Oscar nominiert wurde. Wohlgemerkt in der Kategorie »Bester Dokumentarfilm«, denn der Film dokumentiert die verschiedenen Arten des Motorradsports jener Zeit. Wer »On any Sunday« schon mal gesehen hat, wird auch einige Szenen aus dem Video erkennen, etwa die aus dem Hubschrauber gefilmten Bilder vom Start. Der Film wurde erst im Jahr 2005 aus dem 1967 gedrehten Material zusammengeschnitten und dabei auch mit Musik unterlegt. Und die kann man ruhig auch etwas lauter drehen, hier der Link: »Vintage Hare and Hound«.

Wünsche viel Spaß bei dieser staubigen Zeitreise!

Ach, und: Falls es tatsächlich noch irgendjemanden geben sollte, der »On any sunday« noch nicht gesehen hat, kann auch ihm geholfen werden – einfach hier clicken: »On any Sunday«.